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  • Sigi Weiss

Die sinnlichen Nymphen

Nymphen sind freudvoll und verführerisch, sie widmen sich Spiel, Musik und Sinnlichkeit. Sie galten im antiken Griechenland als Wesen der Natur, sie leben bei Quellen und Bächen, in Bäumen und Pflanzen, auf Gipfeln und in Tälern, im Ozean und am Sternenhimmel. Mit ihrem Dasein verkörpern sie auch den Höhepunkt des Sommers, mit all seiner Lebensfreude und Energie!


Nymphen – die Wesen der Natur

Nymphen sind wohlwollende Naturwesen, die Seele eines Ortes mit denen sie eng verbunden sind. Sie schweifen in den Bergen, Wiesen, Höhlen und Wäldern umher. Überliefert ist, dass sie musizieren, jagen, in kühlen Grotten weben, Bäume pflanzen oder tanzen und musizieren.



Menschen gegenüber sind sie hilfreich, aber scheu und so mancher Mann mag in ihren Bann geraten sein. Sie sind sterblich, aber ihr Leben dauert so lange, dass sie beinahe unsterblich sind. Der Tod einer Nymphe fällt meist zusammen mit dem Ende der Naturerscheinung, die sie verkörpert. Versiegt eine Quelle, ist auch das Ende der Nymphe gekommen.


Die Neiaden sind die Nymphen der Quellen, Bäche und Brunnen, Nereiden und Okeaniden sind die Töchter des Meeres. Dryaden beleben die Wälder und Hyaden zeigen sich als Regentropfen. Ihre Namen und Erscheinungen sind unzählig.

In der Nähe von Quellen wurde den Nymphen Tempel errichtet, die Nymphäum genannt wurden. Gerade die Neiaden wurden oft als Fruchtbarkeitsgöttinnen verehrt, und ihren Gewässern eine magische und heilende Wirkung zugeschrieben. Oft konnte man in ihrem spiegelnden Wasser auch in die Zukunft sehen.


Kea – die Insel der Wassernymphen

Ein ganz besonderer Mythos rankt sich um die Kykladeninsel Kea, die auch Tzia genannt wird. Sie soll in der Vorzeit von Nymphen bewohnt und besonders wasserreich, grün und schön gewesen sein. Wegen ihres Wasserreichtums wurde sie einst Hydroussa genannt. Nymphen bewohnten die Wälder und Quellen.

Doch die Götter, die ihr dies neideten, sandten einen Löwen, der die Nymphen vertrieb. Mit ihnen ging auch der Wasserreichtum verloren und die Insel trocknete aus. Dieser Löwe, obwohl er bloß Unglück über die Insel brachte, wurde im 6. Jahrhundert v. Ch. in Stein gemeißelt. Es handelt sich um eine aus dem Granit heraus gemeißelte sechs Meter lange und drei Meter hohe Statue eines ruhenden Löwen mit einem lächelnden Gesichtsausdruck. Noch heute kann man den Felslöwen nordöstlich von Ioulida besuchen.



Doch Kea war nicht nur das Reich der Wassernymphen, die Insel führt uns noch tiefer in die weibliche Kultur der griechischen Inseln. In der spätkykladischen Zeit war die Siedlung Agia Irini neben Milos und Akrotiri auf Santorini eine der wichtigsten der Ägäis. Die Verbindung zum minoischen Königinnenreich auf Kreta war eng, wie man an der Bauweise, der Keramik, den Öllampen, Webstühlen, den Schriftzeichen und der Kleidung erkennen kann.


Die Blütezeit der Stadt auf einer Halbinsel Keas begann um 1600 v. Ch.. Agia Irini hat einiges an Lebensqualität zu bieten – und das vor beinahe 4000 Jahren. Häuser mit Innenhöfen und gemauerten Bänken, Kochstellen unter freiem Himmel, Lichtschächte, um Sonnenlicht ins Innere der Häuser zu lassen, zwei Gemeinschaftsküchen und Vorratshäuser. Der Höhepunkt der Zivilisation war ein Badezimmer, das über einen Rinnstein mit der Kanalisation unter der Straße verbunden war.


55 tanzende Frauenfigurinen

Das als Tempel oder Heiligtum bezeichnete Bauwerk geht vermutlich auf den Anfang der mittelkykladischen Zeit rund um 1900 v. Chr. zurück und barg eine Überraschung für die Archäologen: In den Mauern des Tempels wurden 55 Kultfiguren gefunden, alle weiblich, aus Ton gebrannt, variierend von 60 cm bis Lebensgröße. Sie sind nach minoischer Mode mit einem bodenlangen Rock bekleidet, die Mehrzahl trägt am Oberkörper ein Mieder, aus dem üppige nackte Brüste hervortreten, der Oberkörper der anderen ist unbekleidet. Die meisten sind in Posen dargestellt, die zu einem Tanz passen, mit schwingendem Rock und erhobenen oder in die Hüfte gestützten Armen.



Tanz als Ritual und weibliche Körper in ihrer unverhüllten Präsenz im Zentrum des Tempels. Eines Tempels, der aus mindestens 39 Räumen bestand und Leben und Ritual verband. Es wäre Zeit, über die Insel Kea mehr zu erzählen, als die Geschichte des Löwen, der dieser sinnlichen Kultur ein Ende bereitete.


Nymphe - die Braut

Doch auch eine andere Bedeutung des Namens ist überliefert, denn bis heute nennt man die Braut in einer Familie liebevoll Nymphe. Es ist eine junge Frau, mit der Schönheit und Erotik der Jugend gesegnet. Auch Priesterinnen werden manchmal Nymphe genannt.

Doch auch wenn im modernen Griechenland die Nymphe zur Braut wurde (und das ist sehr liebevoll gemeint) scheint mir ihre antike Verbindung zur Göttin Artemis und die Mythen, die sich um die Nymphen ranken, eher auf ihre weibliche Unabhängigkeit zu deuten. Zwar sind ihre Nacktheit, Sinnlichkeit, ihre Tänze beschrieben, doch festnageln ließen sie sich nicht. Eher ist es eine Gemeinschaft dieser urweiblichen Wesen, die wir in den Mythen vorfinden. Zwar sind Männer wie Götter von ihnen angezogen, doch geheiratet wird bei ihnen nicht.


Artemis und die Nymphen

Auch die Göttin Artemis, erstgeborene Zwillingsschwester des Apollon, Göttin der Wälder und der Jagd, Herrin der Tiere, Mondgöttin und Schutzgöttin der Geburten und Frauen wird immer wieder als jungfräulich bezeichnet. Doch das hieß nur, dass sie unabhängig blieb, denn von Liebhabern wie Liebhaberinnen wird berichtet. Sie ist eine jungfräuliche Göttin, doch keine keusche Nonne, sondern eine Frauenfigur, die sich ihre Unabhängigkeit bewahrt. Schließlich verliebte sich auch Artemis in den Jäger Orion und feierte die heilige Hochzeit mit Aktaion.



Artemis äußerte schon als Kind den Wunsch, unverheiratet zu bleiben und wählte sich ihre Gefährtinnen unter den Nymphen aus. Mit ihnen ging sie auf die Jagd, mit ihnen verbrachte sie die Nächte in den Wäldern und zog mit ihnen mit ihrem Wagen als Mondgöttin über den Himmel. Deswegen gilt sie als die Erste unter den Nymphen.


Die Nymphe Kallisto – die liebste Gefährtin der Artemis

Gerade der Mythos um ihre Lieblingsgefährtin Kallisto erzählt in typischer Weise von der patriarchalen Umdeutung weiblicher Religion.


Die gängige Erzählung lautet, dass Artemis’ liebste Nymphe Kallisto von Zeus vergewaltigt wurde. Als sie Zeus Sohn Arkas geboren hatte, wurde sie von Artemis in eine Bärin verwandelt und weggejagt, da eine Entjungferung für die Anhängerinnen der Göttin verboten war.


In einer anderen Fassung war es die eifersüchtige Ehefrau des Zeus, Hera, die Kallisto so bestrafte. Zeus versetzte Kallisto später als Sternbild der „Großen Bärin“ an den Himmel.

Nun gibt an dieser Mythenversion aber einiges zu denken. Denn Zeus konnte die schöne Kallisto nur vergewaltigen, indem er sich in Artemis verwandelte und Kallisto glaubte, von ihrer geliebten Gefährtin geküsst zu werden. Als sie die Täuschung erkannte, wehrte sie sich mit allen Kräften.


Dass Artemis, die auch eine göttliche Hebamme und Beschützerin von Frauen und Kindern war, ihre Geliebte wegen des neun Mode später geborenen Kindes verstößt, scheint im Lichte weiblicher Kultur allerdings seltsam und grausam.


Es gibt aber einen anderen Zusammenhang, denn die Bärin ist ein ebenso altes Symbol der Göttin und eines der heiligen Tiere der Artemis. Gerade die Bärin steht für den mütterlichen Aspekt der Jagdgöttin. Und tatsächlich gab es auch einen der Bärin geweihten Tempel, der am Weg der heiligen Prozession von Athen zu den eleusinischen Mysterien lag. Der gesamte Zug der PriesterInnen, Einzuweihenden und BegleiterInnen machte dort halt. Der Tempel war bekannt dafür, mutterlose Mädchen zu Priesterinnen auszubilden, die kleine Bärinnen genannt wurden.


Die Verwandlung in eine Bärin könnte also weniger eine unlogische Strafe für den unfreiwilligen Verlust der Jungfräulichkeit, sondern vielmehr ein Akt der Artemis gewesen sein, der schönen Jägerin Kallisto in ihrer neuen Rolle als Mutter ihren eigenen Machtbereich zu geben.


Der Hirtengott Pan: der gehörnte Liebhaber

Denn gerade Sexualität und Sinnlichkeit sind wesentliche Eigenschaften der zauberhaften und meist nackten Nymphen. Ihre ausgelassene und unverbindliche Beziehung zum ungezähmten, wollüstigen Hirtengott Pan deutet auf ihre uralten Wurzeln hin. Denn der gehörnte Waldgott, der in der heiligen Hochzeit für die männliche Kraft, Fruchtbarkeit und die Natur steht, taucht in vielen alten Mythologien auf. Stets ist er von Nymphen und Satyrn umgeben. Doch die große Liebe des Pan, der vor allem in Arkadien verehrt wurde, war die Mondgöttin Selene.


Später wird er, der hässliche, gehörnte Gott mit den Ziegenbeinen zum Vorbild des Teufels werden. Doch zu seiner Zeit durfte er seine Tage damit verbringen, die Nymphen zu erobern. Schließlich schenkte er der Welt die Panflöte. Es wären nicht die Griechen, würde nicht auch dahinter ein vereitelter Eroberungsversuch stehen.


Pan verfolgte liebestrunken die Nymphe Syrinx, welche aber vor ihm floh. Ihre Flucht endete jäh am Fluss Ladon, wo sie sich plötzlich in ein Schilfrohr verwandelte, das Pan daraufhin umarmte. Als nun der Wind in das Rohr blies, kamen klagende Töne hervor. Pan wollte die Klänge nicht verlieren, also brach er aus dem Schilfrohr sieben Teile, eines immer etwas kürzer als das vorherige, und band sie zusammen. So erfand er die Hirtenflöte, die er nach der Nymphe Syrinx benannte.



Oft erschien Pan im Gefolge des Gottes Dionysos, des Gottes des Weines, der Freude, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase, wo er musiziert und tanzt. Der hatte übrigens auch in Kea, der Insel der Wassernymphen, einen Tempel.


Die Hirten verehrten Pan, fürchteten sich aber vor seinem Anblick. Doch als Gott der Wälder und Wiesen baten sie ihn um Schutz für ihre Herden und brachten ihm dafür auch Opfer dar. Sein liebster Aufenthalt war der Berg Lykaion in Arkadien.


Despoina und die alte Religion Arkadiens

Ekstase war das Ritual für diese Götter und gleichzeitig die Verbindung zu diesen. Besonders in Arkadien, im Herzen des Peloponnes wurden in den Wäldern und Tempeln, in den Tempeln der Despoina (der Herrscherin, deren göttlicher Name nicht ausgesprochen werden durfte) ekstatische und orgiastische Mysterien und Rituale gefeiert. Lebensfreude als Verehrung der Götter und der Natur, dafür stehen Pan und die Nymphen.


Die Ammen des Zeus

Dass die Nymphen eng mit den älteren, präolympischen Götterwelt verwoben sind, zeigt ihre Rolle als Ammen des Zeus. Denn der spätere Göttervater wurde als Kind auf Kreta geboren, wo er vor seinem Vater Kronos in Sicherheit gebracht werden musste.

Großgezogen wird er in einer Höhle von der wunderschönen weißen Ziege Amaltheia, die Zeus aus ihrem Füllhorn nährte, den Nymphen Adrasteia und Ide. Auch Melissa, die heilige Biene nährte den jungen Gott.


Nymfes Cosmetics

Die Nymphen und ihre innige Beziehung zur Natur und ihren Produkten, wie duftende Pflanzenöle, Honig, Meersalz oder Heilpflanzen haben eine innovative junge Frau nahe Athen dazu inspiriert, luxuriöse Naturkosmetik zu machen. Die wunderbar duftenden Seifen, Bodyöle, Body Bars, Badesalze und Peelings sind voller naturbelassener Wirkstoffe aus den griechischen Heilpflanzen.


Amaltheia, die Ziegennymphe, ist die Namensgeberin für eine reichhaltige, pflegende Seife mit Ziegenmilch. Amfitrite ist nicht nur eine Nereide, eine Nymphe des Meeres, sondern auch ein wunderbares Badesalz voller Blüten und naturbelassenem Meersalz. Die Biene Melissa ist die Patin einer wunderbaren Peeling-Seife mit Honig, Olivenöl und Gelbwurz. Thetis ist die schönste unter den 50 Nereiden, den Meeresnymphen und Namensgeberin eines Bodybalsams mit Kakaobutter, Shea Öl und Rosenblüten.


Die Inhaltsstoffe in Sofias Naturkosmetik stehen in Verbindung mit den Geschichten der Nymphen, die für sie die heiligen und heilsamen Kräfte der Natur verkörpern. Und die spielerische Sinnlichkeit der Nymphen lebt hier ebenso weiter, wie die heilsamen Kräfte der griechischen Pflanzenwelt.


Wer Lust hat, sich mit den Geschenken der Nymphen zu verwöhnen, dem sei der Online-Shop von Nymfes Cosmetics ans Herz gelegt.

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Über mich

Ich bin Journalistin, Ethnologin, Kitesurferin und Reisende. Verliebt in Griechenland, seine Häuser, Menschen und Kultur. Immer auf den Spuren der antiken Göttinnen, auf der Suche nach Wind und einer kleinen Taverne am Strand. Und einer Sehnsucht nach dem Meer im Herzen. 

 

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